Das Wildpferd

Vom Wiesenrand schau ich dir zu
Wie du in stolzem Spiel
Die Weide überfliegst im Nu
Pfeilschnell genau ins Ziel

Unbändig, frei und ungestüm
Schlägst du im Trommeltakt
Die Hufe in das satte Grün
Vom Temperament gejagt

Den Schweif gestellt, die Mähne weht
Im Sturm der mächt`gen Schritte
Der Schweiß auf deinen Nüstern bebt
Zum Puls nach wildem Ritte

Dein Fell glänzt in der Sonne Schein
Die Körperkunst vollendet
Gleichst einem Meisterwerk aus Stein
Von Grazie geblendet

Mit einem Schwung springst du herbei
Neigst zärtlich mir den Kopf
Demütig gibst den Willen frei
Für mich, den Menschentropf

Berührt bin ich von deiner Zier
Der Göttlichkeit entstiegen
Voll Kraft, voll Anmut, edles Tier
Ich werd ` dich ewig lieben

Brigitte Fortströer