Denken in Schwarz-weiß

Unter dem Motto „Denken in Schwarz-weiß“ hatten wir am 27.05.2017 eine Fototour durch Nürnberg gemacht. Bilder dieser Tour von mir und auch von allen anderen Teilnehmern sind auf der extra hierfür eingerichteten Webseite „Foto-Aktiv“ zu sehen. Ebenso ein aus den Bildern erstelltes Video:

Anders denken – schwarzweiß from Wilhelm Kleinöder on Vimeo.

Nun ist es für mich ja nicht das erste Mal, dass ich hier Bilder in schwarz-weiß veröffentliche. Aber angeregt durch Kurse in Mainz bei Rolf Walter und verschiedene online Kurse bei Udemy habe ich viel dazu gelernt und die eigenen Ansprüche an das Ergebnis sind deutlich gewachsen. Nicht zuletzt auch die Diskussion mit Fotofreunden aus unserem Kreis „fotospektrum“ hat mich dazu veranlasst, die Bilder aus der Nürnberg Tour neu zu bearbeiten, konkret heißt das tatsächlich, die SW-Umsetzung von vorne neu zu beginnen.

Schaut man sich an, was man in den Kursen lernen kann und vergleicht das mit der Technik, die ich bereits vor 30 Jahren im Fotolabor gemacht habe, so gibt es einen klaren Favoriten. Die tollen Möglichkeiten von Photoshop machen einen glauben, dass man all diese vielen Techniken der Ebenenfunktionen beherrschen muss um zu ansprechenden Ergebnissen zu kommen. Das stimmt aber nicht. Vor 30 Jahren hatte ich im Labor nur „dodge and burn“ (wie es heute heißt) zur Verfügung. Wenn es einfach war, waren es runde Masken an einem dünnen schwarzen Draht oder bei komplexeren Motiven extra zugeschnittene Masken. Und dann wurden eben viele Testbilder belichtet, um die verschiedenen Zonen auf dem Papier mit der richtigen Lichtmenge zu versorgen. Um es reproduzierbar zu machen, wurde alles fein säuberlich in einem Laborbuch nieder geschrieben (mit Skizze vom Bild und den +/- Werten für „dodge and burn“).

„Dodge and burn“ ist heute nur eine der vielen Möglichkeiten, die aber innerhalb von Lightroom und Photoshop auf verschiedenem Wege realisiert werden kann. Das Wesentliche, was übrig bleibt, ist die Entscheidung des Fotografen, was er wie und wo im Bild betonen will. Dazu hat er aber im Gegensatz zu früher sehr viel mehr Zeit, um dies am Computer zu realisieren. Im Labor ist die Zeit unerbittlich nach 30 oder 60 sec. abgelaufen. Heute kann ich mir Stunden dafür Zeit nehmen oder auch noch nach Tagen das Ergebnis verändern, wenn ich Dinge anders betonen will.

Ich muss hier noch sehr viel mehr lernen und auch meine Erfahrungen mit dem Zonensystem und  der Arbeit im Fotolabor von damals mit den heutigen Techniken gegenüber stellen . Es gibt heute sehr viel bessere Möglichkeiten für eine  ansprechende Umwandlung von digitalen Negativen in ansprechende SW-Fotos.

So zeigen die Bilder unten meinen heutigen Kenntnisstand auf dem Weg zu einer (perfekten) SW-Umwandlung.