Kalender Erlangen

Nachdem ich beim Calvendo Verlag bereits mehrere Kalenderprojekte etabliert habe, wollte ich dieses Jahr einen neuen Kalender über unsere Stadt Erlangen erstellen. Da bereits entsprechende Kalender im Verlagsangebot existieren, musste natürlich erst die (für mich anonyme) Jury des Verlages das Projekt genehmigen. Dabei kommt es darauf an, bestehende Titel-Rechte nicht zu verletzen. Nun ist das allein mit dem Namen „Erlangen“ nicht gerade einfach, da die Stadt ja mal so heißt. Die Lösung liegt darin, dass mit dem entsprechenden Untertitel eine Abgrenzung erfolgt. Dies ist für meine bisherigen Kalender bisher fast immer „Meine Art zu sehen“. Das führt nun natürlich wieder dazu, dass dieser Untertitel ja auch schon Verwendung fand und damit in Trefferlisten von Suchmaschinen auftaucht. Aber mit

Erlangen – Meine Art zu sehen

konnte ich den Kalender dann doch erfolgreich platzieren. Zu meiner Art zu sehen gehört es, Perspektiven zu zeigen, die von den üblichen Betrachtungswinkeln abweichen. Das können sowohl Aufnahmen mit kleiner Brennweite sein, als auch Spiegelungen in Objekten aus der Umgebung bei der das Motiv doppelt in den Fokus tritt. Während einige Objekte den meisten Einwohnern Erlangens bekannt sein werden, wird sich aber auch mancher fragen, wo es denn dieses Objekt zu sehen gibt.

Hier ist der Link zum Kalender beim Calvendo-Verlag.

Hier ist die Kalender-Vorschau als pdf- Datei und daran anschließend noch einmal alle Kalender-Bilder als Galerie.

 

Galerie der Kalenderbilder

Erläuterungen zu den Kalenderbildern

Titelbild

Die Auswahl der Bilder erfolgte unter dem Gesichtspunkt meines grundsätzlichen Themas von „Meine Art zu sehen“ – sozusagen, meiner eigenen Marke. Jedoch schon direkt mit meinem ursprünglichen Titelbild bin ich damit erst mal bei der Jury durchgefallen. Zu deutlich war eine Person abgebildet, die nach Meinung der Jury für einen Titel nicht geeignet war. Ich selbst bin immer noch davon überzeugt, dass dies eine gute Wahl gewesen wäre, aber hier muss man dann den Vorschlag aufgreifen und ein neues Bild erstellen. Das Titelbild ist Teil einer Panoramaaufnahme der Hugenottenkirche. Ich musste dabei ein wenig warten und auch mehrere Versuche unternehmen, um den Hugenottenplatz am Montag Morgen in Ruhe zu fotografieren. Es ist nicht so spontan, wie es bei vielen meiner anderen Bilder ist, die gerade immer dann entstehen, wenn mich eine Situation, ein Licht oder eine besondere Stimmung anspricht und ich dann in meinen Fotografie-Modus komme.

Januar

Dies ist ein typisches Beispiel für eine Situation, die mich sofort zu einer ganzen Serie von Bildern angeregt hat. Für mich bleibt diese Situationen fest im Gedächtnis verankert. Kaum jemand hebt an dieser Stelle den Kopf und blickt durch die Lampen von unten nach oben mit dem Rathaus im Hintergrund. Das ist ein Blickwinkel, den man so erst entdecken muss, aber wenn man es erst mal gesehen hat, kann man von der Situation ausgehend viele weitere solcher Bilder erstellen. Allerdings wird sich dieses Objekt in Zukunft so nicht mehr fotografieren lassen, da ich gerade erst gesehen habe, dass die Lampengalerie bei Bauarbeiten abgerissen wurde. Es ist somit bereits jetzt ein historisches Bild.

Februar

Auch beim Februar Bild ist es so, dass diese Gasse täglich von Hunderten von Leuten zu Fuß und mit dem Fahrrad durchquert wird (die Personen habe ich hier wieder weg gelassen). Aber wer nimmt dieses Wandgemälde dabei wirklich bewusst wahr? Das sind wohl die allerwenigsten. Für einen Fotografen ist das natürlich eine herrliche Spielwiese und ich habe diesen Ort auch mehrfach zum Fotografieren besucht.

März

Viele Fragen muss ich immer wieder zu diesem Bild vom März beantworten. Jeder Mensch hat Erfahrung mit dem Blick in den Spiegel, aber geht er auf die Straße, dann scheint dies aus dem Gedächtnis getilgt zu sein. Der Spiegel hier ist der schwarze Lack eines Autodaches. Man muss bei der Aufnahme auf möglichst gerade Linien achten, die sich dann in der Spiegelung auch fortsetzen. Jetzt muss man nur noch abwarten, wer und was sich ins Bild hinein bewegt. Wirklich schade, dass man heute Menschen nicht mehr ungefragt hier zeigen darf, sonst wäre diese Bild mit noch mehr Leben ausgefüllt.

April

Die Natur im Kontrast zur modernen Architektur. Wieder bin ich mir sicher, dass kaum ein Angestellter aus den Büros für diese Schönheit wirklich einen Blick hat. Und es ist tatsächlich so, dass diese Blütenpracht ja meist von sehr kurzer Dauer ist. Aber nimmt man sich die Zeit, kann man den best möglichen Zeitpunkt abwarten und sein Bild machen. Hier kommt noch im besonderen hinzu, dass es gar nicht so selbstverständlich ist, dass sich die Proportionen des Baumes gerade passend in die Nische des Bauwerkes einordnet. Zwei bis drei Jahre früher ist das Bäumchen zu klein, um gegen die umgebende Architektur anzukommen und genau so ist es wohl zwei bis drei Jahre später, wo der Baum dann bereits zu mächtig ist um ein ausgewogenes Bild zu bekommen.

Mai

Unsere fünfte Jahreszeit in Erlangen ist das Bergfest. Man kann ausgerüstet mit Stativ die vielen bunten Lichter der Fahrgeschäfte in statischen oder dynamischen Bildern einfangen. Ich habe aber abweichend davon auf das Stativ verzichtet und habe mir die Bewegung durch mitziehen der Kamera selbst erzeugt. Ich denke, ein wenig spürt man in diesem Bild die Begeisterung des jungen Mannes, der auf dem Weg zum nächsten Bierkeller ist.

Juni

Die moderne Architektur Erlangens wird überwiegend geprägt von einer weltbekannten Firma, bei der ich auch selbst jahrelang angestellt war. Die Bauwerke wiederum tragen die Handschrift des Architekten. Völlig frei ist dieser natürlich nicht, denn es gilt die vom „Zeitgeist“ geprägten Anforderungen an ein modernes Bürogebäude zu erfüllen. Diese waren zum Errichtungszeitpunkt auf großflächige Großraumbüros ausgerichtet. Ich selbst kenne das von innen und weiß deshalb, wie schnell sich doch diese Anforderungen in zwei Jahrzehnten ändern können. Aber bei der Außenansicht hat der Architekt uns Fotografen eine Ansicht hinterlassen, die uns viele Perspektiven für unsere Kamera bietet.

Juli

Sollte man etwas wirklich typisches für Erlangen benennen müssen, dann taucht der Begriff „Fahrräder“ bestimmt ganz weit oben in der Liste auf. Ohne Fahrräder wäre Erlangen bestimmt bereits unter dem Verkehrskollaps zusammen gebrochen. Aber Dank der Bereitschaft seiner Bürger die kurzen Wege in dieser Kleinstadt mit dem Rad zurück zu legen, wurde das bisher erfolgreich verhindert. Aber eines konnte trotzdem nicht verhindert werden: das Chaos an manchen Hotspots, an denen die Fahrräder hin und wieder mal abgestellt werden müssen. Um das Problem zu lösen braucht es noch sehr viel Kreativität und Phantasie.

August

Sich mitten in der Stadt ein kleines Naturschutzgebiet zu leisten ist schon eine Herausforderung. Freiwillige Naturschützer überwachen dabei auch die Einhaltung der Zeiten, in denen dieser ehemalige Exerzierplatz nicht betreten werden darf. Ich hatte dabei Glück, als ich das Foto gemacht habe: nicht nur, dass ich diese schöne Wolkenstimmung mit Regenbogen einfangen konnte, sondern auch, dass ich das zu einer Zeit erstellte, wo ich den Platz noch nicht hätte betreten dürfen.

September

Dieses Foto eines historischen Wasserrades bei Möhrendorf entstand während der „Blauen Stunde“ also in der Zeit nach Sonnenuntergang, in der die Himmelsfärbung der Zeit den Namen gegeben hat. Die klassische Aufnahme vom Stativ hätte das Wasserrad wegen der langen Belichtungszeit unscharf wieder gegeben. Ich habe deshalb mit Hilfe eines Blitzes die Bewegung eingefroren. Zusammen mit Foto-freunden entstanden so sehr kreative Bildserien.

Oktober

Die Veränderung unserer Stadt findet fortwährend an vielen Orten statt. Die alte Baracke des „Easthauses“ wurde durch einen neuen modernen Jugendtreffpunkt ersetzt. Architektonisch schlicht stellt er heute für die jungen Generationen einen beliebten Treffpunkt dar.

November

Egal in welcher Ecke Erlangens man wohnt, es sind immer nur wenige Schritte hinaus in die Natur. Besonders beliebt ist das Gehege für die Przewalski Urwildpferde. Man muss aber früh morgens sehr bald aufstehen, um den Sonnenaufgang mit den leichten Nebelfetzen über dem Boden einfangen zu können.

Dezember

Bunte Lichter findet man um die Weihnachtszeit in jeder Stadt. Aber wie lässt sich damit auch eine wirklich besondere Stimmung transportieren. Ich habe hier wieder die „Blaue Stunde“ gewählt, um die kühle der heraufziehenden Nacht im Kontrast zu den warmen Farben der Glühlampen zu bringen. Was mir als Fotograf noch dazu auffällt ist das scheinbare Chaos der vielen Äste mit den Glühlampen vor dem Gebäude der Kirche. Für mich ist das ein gern genutzter Ansatz, um durch die Überlagerung einen Effekt zu verstärken oder auch abzumildern. Die Kirche ist ja seinerseits im warmen Licht angestrahlt. Die Äste drängen sich davor und nehmen davon wieder was weg, ergänzen aber gleichzeitig wieder das Licht durch die auf ihren Ästen angebrachten Glühlampen. Also doch wieder Ordnung im scheinbaren Chaos.

Weitere Kalender

Alle weiteren Kalender von mir sind direkt bei Calvendo gelistet und natürlich über das Internet oder den Buchhandel zu beziehen.