Mein Weg zurรผck zur Bewegung

โ€žIch bin dann mal wegโ€œ โ€“ dieser Titel von Hape Kerkeling ist lรคngst zur Redewendung geworden, wenn es um eine Auszeit vom Alltag geht. Meine Auszeit war unfreiwillig und hatte nichts mit dem Jakobsweg zu tun. Dennoch spรผre ich Parallelen.

Erste OP

Ein Aneurysma in der rechten Beckenarterie machte eine groรŸe Operation nรถtig: Die Arterie wurde verschlossen, zwei Stents eingesetzt. Die ersten Tage waren hart. Ich schaffte kaum zwanzig Meter ohne Schmerzen.

Mit dem Rollator รผbte ich dreimal tรคglich, ging um den Block โ€“ in kleinen Etappen, mit langen Pausen. Jede Woche kam ich ein Stรผck weiter, bis ich schlieรŸlich mehrere Hundert Meter am Stรผck laufen konnte. Die Physiotherapie half mir, die Muskeln langsam wieder aufzubauen.

Seit Mitte Mรคrz steht der Rollator im Keller โ€“ ein schรถner Moment. Jetzt drehen wir mit Walking-Stรถcken unsere Runden, inzwischen รผber vier Kilometer. Das gibt mir ein Gefรผhl von Normalitรคt und Fortschritt.

Zweite OP

Kurz vor einer geplanten Berlinreise kam der nรคchste Rรผckschlag: ein Leistenbruch, der operiert werden musste. Die Reise fiel aus, ebenso unser ร–sterreich-Urlaub. Doch die Genesung verlรคuft gut, und die ร„rzte erlauben mir, weiter zu walken โ€“ nur vorsichtiger.

Bilder

Die Bilder in der Galerie entstanden auf meinen Wegen drauรŸen. Anfangs wollte ich keine Kamera mitnehmen, griff dann aber doch spontan zum Handy, um besondere Stimmungen einzufangen. Hunderte Male lief ich an denselben Motiven vorbei und lernte, โ€žSehenโ€œ neu zu entdecken โ€“ aus der eingeschrรคnkten Perspektive. Spรคter holte ich meine alte Olympus hervor, belichtete zwei analoge Filme. Nun bin ich so weit, mit meiner Fuji GFX wieder auf Fototour zu gehen. Auch das fรผhlt sich wie ein Schritt in die Normalitรคt an, doch der Weg ist noch nicht zu Ende.

Rรผckblickend war das Jahr eine echte Herausforderung โ€“ und eine รœbung in Geduld. Bewegung bedeutet fรผr mich heute nicht nur Fortkommen, sondern auch inneres Vorankommen โ€“ Schritt fรผr Schritt.

Nachtrag Dezember 2025

Seit Mitte des Jahres fertige ich von einigen Fotoserien handgemachte Bรผcher mit Leporello-Faltung an. Fรผr diese sehr persรถnliche Geschichte habe ich erstmals das Format A5 gewรคhlt. Es brauchte mehrere Versuche, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war. Zunรคchst druckte ich die Bilder im DIN-A4-Querformat aus und knickte sie an einem 10-mm-Falzrand. Danach faltete ich die Blรคtter leicht versetzt zur Mitte, indem ich sie am Falzrand ausrichtete. Das Aneinanderheften der Blรคtter erwies sich als knifflig: Schon kleine Ungenauigkeiten lieรŸen die gefalteten Seiten im Leporello versetzt รผbereinanderliegen โ€“ ein Ergebnis, das mir natรผrlich nicht gefiel. Erst mein drittes Werk รผberzeugte mich, obwohl ich auch dort neue Fehler einbaute, die ich kรผnftig vermeiden will.

Und es wird noch besser: Ich รผbertrug die Bilder aus dem Leporello in ein Buchlayout, fรผgte weitere Motive hinzu und lieรŸ daraus ein 48-seitiges A5-Bรผchlein drucken (inzwischen vergriffen).

Mittlerweile ist die 2. erweiterte Auflage erhรคltlich. Das Buch im A5-Format kann bei mir fรผr 30 Euro (zuzรผglich Porto) bestellt werden โ€“ solange der Vorrat reicht. Dazu erhalten Sie einen individuell erstellten A4-Print mit einem Bild aus dem Buch, das Sie selbst auswรคhlen kรถnnen.

Die erste und zweite Auflage gibt es auรŸerdem als kostenlose PDF-Datei auf meiner Downloadseite.

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