Die Amaryllis ist fĂŒr mich eine der schönsten BlĂŒten die ich kenne. Im Dezember habe ich mir eine Zwiebel im Topf gekauft, dabei natĂŒrlich schon mit dem Gedanken an die fotografische Herausforderung. Die Auswahl im Gartencenter war noch groß. Als erstes war zu klĂ€ren, welche Farbe die Pflanze haben sollte: weiß, rot-weiß oder rot standen zur Auswahl. Ganz in rot hatte ich schon mal und weiß allein wollte ich auch nicht (ist fotografisch sehr schwer umzusetzen), also war die weiß-rote Variante genau richtig. Nur noch genau darauf achten, wie viel BlĂŒtenstĂ€ngel vorhanden waren: zwei sind gut (einige hatten nur einen).

FĂŒr meine Aufnahmen zu Hause hatte ich schon lĂ€nger meine Standardanordnung am Balkonfenster gefunden. Es sollte Licht durch die Scheiben kommen, das jedoch durch einen dunklen Hintergrund abgedeckt wurde. So entsteht ein leichter Gegenlicht Effekt, der durch einen Lichtsaum an den Blatt- und BlĂŒtenrĂ€ndern in Erscheinung tritt. Die Kamera ist auf dem Stativ und auf Blendenvorwahl mit Zeitautomatik oder auf Manuell (ich habe auch noch einen Handbelichtungsmesser, was bei dunklem Hintergrund manchmal hilft).

Über mehr als vier Wochen entstanden bisher ca. 150 Bilder. Die Arbeit mit dieser BlĂŒte hat mich teilweise derart begeistert, dass ich an manchen Tagen mehrere Sitzungen gemacht habe. Die BlĂŒte ist bei genauer Betrachtung derart faszinierend, dass man kaum aufhören kann, neue Perspektiven zu erkunden. Dabei sind es im Prinzip nur zwei Farben: rot und weiß in der BlĂŒte, etwas grĂŒn im StĂ€ngel und meist schwarz als Hintergrund. Weiß und schwarz als unbunte Farben werden wegen ihrer NeutralitĂ€t innerhalb des Farbkreises nicht ein mal mit gezĂ€hlt. Bleibt damit nur rot mit allen seinen nuancierten Abstufungen in der BlĂŒte (nennt man QualitĂ€tskontrast). Aber auch das grĂŒn im StĂ€ngel ist nicht allein nur grĂŒn sondern hat verschiedenste Abstufungen in Richtung gelb, aber auch Lila-töne sind enthalten. Es gilt also genau hinzusehen, welches Farbspiel sich in den einzelnen Ausschnitten darbietet.

Auch als die BlĂŒte sich bereits ihrem Ende nĂ€herte, zeigten sich die Farben weiterhin in einem besonderen Ton. Transparenter nun, da die Kraft der BlĂŒten verblasste aber dennoch weiter faszinierend. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt die BlĂŒte auch dieses Jahr wieder zum Leuchten zu bringen.