Die Glockenstimmen erschallen,
Mild leuchtet der Abendstern,
Und feierlich kĂŒndet ihr Hallen
Die Auferstehung des Herrn.

Ihr hellen Osterglocken,
Ich hört’ euch schon manches Jahr,
Bald unter Scherz und Frohlocken,
Bald wenn ich in ThrÀnen war.

Heut’ tönt mir euer LĂ€uten
So trĂŒb’ und so ahnungsvoll,
Nicht weiß ich, was mir bedeuten
Das ernste Hallen soll.

Wie mög’t ihr mir wohl erklingen,
Wenn wieder ein Jahr hinab?
Wie Weinen, wie fröhlich Singen,
Oder auf meinem Grab?

Marie Luise BĂŒchner