Ein traumhaft schöner Herbst lockt uns wieder ins Freie. Die BlĂ€tter leuchten auf den BĂ€umen und am Boden. Aber halt, ein letztes Blatt in der Baumkrone will noch nicht loslassen. Der Wind blĂ€st krĂ€ftig durch die Zweige, aber das Blatt biegt sich hin und her und macht das Spiel mit. Wie lange noch? Ich komme wieder nach zwei Tagen, aber die Baumkrone ist nun leer. Wo ist es hin mein Blatt? Ich suche den Boden ab und versuche dieses eine Blatt wiederzufinden. Aber das gelingt nicht. Zu weit hat der Wind die BlĂ€tter weggetragen. Es sind zu viele, die sich Ă€hneln. Jetzt leuchtet das Rot und Gelb nur noch auf dem Boden im Gegenlicht der aufgehenden Sonne. Ein letztes Mal, bevor der Zerfall das Laub verwelken lĂ€sst. Aber im FrĂŒhjahr wird dieser Ast wieder neu sprieĂen und die jungen Triebe werden uns wieder ins Freie locken mit ihrem frischen GrĂŒn. Bis dahin bleibt die Erinnerung an dieses wunderbare Erlebnis, das wir bestaunen durften. Man möchte das gesehene gerne in Versform verpacken, aber weil ich das selbst nicht kann, nehme ich Anleihe bei Elisabeth Kreisl, die in der Gedichtbibliothek ihre Werke veröffentlicht hat.
BlÀtter im Herbstwind
Sonnenschein – schönstes Wetter,
der Wind hat Wandertag,
er pflĂŒckt vom Baum die BlĂ€tter
und nimmt sie Huckepack.
Das Laub beginnt zu tanzen,
es wirbelt, fliegt und springt,
erlebt die Herbstromanzen,
bis es ermattet sinkt.
© 2014 – 2015 Elisabeth Kreisl
aus: BÀume und BlÀtter













