In meinem zweiten Beitrag zum “Neuen Museum N√ľrnberg” will ich hier die Innenarchitektur zeigen. Das Foyer im Eingangsbereich ist gepr√§gt von der Wendeltreppe, die zu den Ausstellungsr√§umen f√ľhrt. Fotografisch steht die Wendeltreppe im besten Licht, das durch die gro√üfl√§chige Fassade kommt. Allerdings √§ndert sich dieses Licht im Laufe des Tages und so sollte man doch Zeiten w√§hlen, die eher eine diffuse Beleuchtung liefert; die ist ab Mittag immer gegeben oder wenn der Himmel bew√∂lkt ist auch am Vormittag. Zum Schutz der Werke im Museum wird bei starker Sonneneinstrahlung eine Abschattung in Bewegung gesetzt.

Es gibt wohl kaum einen Blickwinkel, in dem diese Wendeltreppe noch nicht abgelichtet wurde. Und so ist man als Fotograf auch selbst immer auf der Suche nach dem passenden Standort, um die geschwungenen Formen der Wendeltreppe bestm√∂glich darzustellen. Die Treppe ist in schlichtem wei√ü gehalten mit schwarzem Handlauf auf Glaselementen und vertikal gemustertem Elementen am unteren Treppen-verlauf. Das veranlasst nat√ľrlich viele Fotografen diese Formen in Schwarzwei√ü-Bildern zu zeigen. Ich mache dies hier bewusst nicht, da ich festgestellt habe, dass das Licht an unterschiedlichen Tagen auch einen Hauch Farbigkeit beinhaltet, obwohl die Farbtemperatur nahezu gleich war (in LR leicht zu ermitteln). Diese Unterschiede wollte ich in meinen Aufnahmen erhalten und habe den Wei√üabgleich nur sehr dezent angepasst, wo es erforderlich war.

Die gro√üz√ľgige Raumgestaltung des Foyers bietet aber auch weitere fotografisch sehr interessante Perspektiven. Dazu geh√∂ren auch und besonders die Schriftzeichen des Schweizer K√ľnstlers R√©my Zaugg, die nicht immer ganz einfach mit der Kamera zu erfassen sind. Seine Intention, hier eine Beziehung zwischen K√ľnstler (Architekt) und Betrachter herzustellen ist besonders f√ľr alle Fotografen ein bedeutsamer Hinweis. Wir betrachten hier tats√§chlich ein Kunstwerk, das aber durch unseren Ausschnitt und das vorherrschende Licht eine m√∂glicherweise neue Bedeutung erf√§hrt. M√∂glichkeiten hierzu gibt es da unendlich viele und ich werde dies sicher weiter verfolgen.