Von Dezember letzten Jahres bis jetzt im Juni haben sie wieder gebl√ľht, unsere Orchideen. Und ich habe w√§hrend dieser Zeit immer wieder einige Bilder gemacht. Die Detailaufnahmen sind nahezu im Abbildungsma√üstab 1:1 aufgenommen und eignen sich deshalb ganz gut f√ľr Studien mit Sch√§rfe/Unsch√§rfe. Hier zeigt sich, wie es m√∂glich ist, bei offener Blende (f/2,8) einen winzigen Bereich im Bild scharf darzustellen und sich das Umfeld in Unsch√§rfe aufl√∂st. Geht man dann stufenweise nach Blende f/8,0, lassen sich dann auch weitere Details scharf darstellen. Der Vergleich hat mir aber gezeigt, dass in den meisten F√§llen das sch√§rfere Bild nicht unbedingt auch das Bessere war. √Ąsthetisch wirken die kleinen Bereiche mit konzentrierter Sch√§rfe besser und stechen somit aus der Unsch√§rfe deutlich pr√§gnanter hervor.

Meine Geschichte ist mit den Aufnahmen der Bl√ľten aber noch nicht zu Ende. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass eine Bl√ľte nach der anderen abgeworfen wird. Die habe ich dann in einer Schachtel gesammelt und dann selbst wieder zum Motiv gemacht. Die Farben scheinen verblasst zu sein, da ich bis zur Clippinggrenze belichtet habe, aber gerade damit lassen sich kontrastreiche Farbbilder entwickeln. Hier habe ich nun aber mit Blende f/8,0 gearbeitet, um eine bessere Tiefensch√§rfe zu erreichen.

Meine Dunkelkammer war wieder Lightroom und Photoshop und hier besonders meine Profile in Lightroom f√ľr die Umsetzung nach schwarzwei√ü. Die besondere Herausforderung war bei allen diesen Bildern nat√ľrlich die Farbe Wei√ü. Die Tonwerte liegen im obersten Spektrum der Tonwertskala und erfordern eine besondere Differenzierung. Diese erreicht man aber nur dann, wenn die Belichtung optimal gemacht wurde. Meine ETTR-Praxis hat sich auch hier wieder einmal bestens bew√§hrt. Kein Clipping bei der Aufnahme garantiert die bestm√∂gliche Differenzierung bei der Entwicklung der hellen Tonwerte, egal, ob in Farbe oder Schwarzwei√ü.

Die Bilder dieser Serie sind bewusst gemischt in Farbe bzw. in Schwarzwei√ü entwickelt worden. Es gibt einfach einzelne Bilder, die Farbe erfordern. Dass es aber auch mal gemischt geht, soll in diesem Fall auf die letzte verbleibende Bl√ľte zeigen. Nur wenige Stunden nach der Aufnahme war auch deren Zeit abgelaufen.